Franjevački samostan Zaostrog

Obala hrvatskih domoljuba 36, 21334, Zaostrog, HR
tel: +385-21-629-200, tel: +385-21-629-330
0 1 2 3 4 5 6 7
Zuhause Aktuell Liturgie Angebot Unterkunft Führung Namhafte Persönlichkeiten Ort Landkarte Kontakt

Wo wir uns befinden

Klicken für Fotogalerie
Das Franziskanerkloster befindet sich im Zentrum der Ortschaft Zaostrog. Es hat zwei Eingänge – den Südeingang, der Einlass zum Museum, zur Bibliothek zum Botanischen Garten und zur Gedenkgalerie Mladen Veža bietet, und den Westeingang, durch den man in die Klosterkirche gelangt.

Kloster

Klicken für Fotogalerie

Das bedeutendste und bekannteste Denkmal der Ortschaft Zaostrog und des gesamten Küstenraums von Makarska und auch darüber hinaus ist das Marienkloster der Franziskaner, das – laut einer türkischen Aufzeichnung aus dem Jahr 1671 - "seit eh und je besteht, an der Schwelle zu den sieben Königen, an der Meeresküste in der Verwaltungseinheit ("Nahija") Fragustin", wie diese obere Küstengemeinde zu Zeiten der osmanischen Herrschaft (1474-1684) bezeichnet wurde.

Das Kloster wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt gegründet, wahrscheinlich spätestens zu Beginn des 15. Jahrhunderts, und zwar von den Ordensbrüdern der "Eremiten des St. Augustus", Augustiner genannt, die es nach dem Fall Bosniens im Jahr 1463 aufgaben und sich auf die Inseln zurückzogen.

Durch Verdienst der oben genannten feudalen Herrscher, der Brüder Vlatković-Jurjević, zogen im Jahr 1468 Franziskaner der damaligen Franziskanerprovinz Bosna Srebrena (ab dem Jahr 1735 die Provinz des Allerheiligsten Erlösers) in das verlassene Kloster ein und und bewirtschafteten es bis zum heutigen Tag, so dass im Jahr 1968/1969 der 500. Jahrestag begangen werden konnte, wovon eine Gedenktafel mit 500 verschiedenfarbigen Meereskieselsteinen am Eingang zum Kloster zeugt (1468-1968).

Die Franziskaner haben ihr Kloster, dem ihnen ansonsten nicht geneigten türkischen Machthabern zum Trotz, solchermaßen vorangebracht, dass es im Jahr 1640 von dem aus Rom gesandten Generalvisitator als schönstes aller Klöster der damaligen recht ausgedehnten Provinz Bosna Srebrena bezeichnet wurde. Ein kleines, aber bedeutungsvolles Zeugnis des religiösen, wirschaftlichen und kulturellen Niveaus des Klosters aus der Zeit der Türkenherrschaft ist die monumentale, in Stein eingearbeitete Inschrift, in kroatischer Sprache und Schrift, die auch heute noch über dem Haupteingang in die Kirche thront.

Doch erst nachdem es sich im Jahr 1684 von dem türkischen Joch befreit hatte, erlebte das Kloster von Zaostrog die Goldene Zeit seiner (18. Jahrhundert). Das ist nicht nur an seinem Archivfundus und an den bedeutenden Persönlichkeiten erkennbar, die zu dieser Zeit aus dem Kloster hervorgingen, sondern auch an der damaligen regen Bautätigkeit. Während der Grundriss des Klosters um das Jahr 1700 von quadratischer Form war und einen Kreuzgang in der Mitte hatte, gebildet von drei Klosterflügeln und der Kirche, wurde diese charakteristische Form der alten katholischen Klöster in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts um zwei neue Flügel erweitert: um den Westflügel (1727) und den Südflügel (1753), und später kam noch der Ostflügel (1874). Im Jahr 1864 wurde anstatt des eingestürzten Glockenturms an der Kirchenfront ein neuer Glockenturm an der Ostseite errichtet. So nahm der Grundriss des Klosters seine endgültige, fast fächerartige Form an. Die Vergrößerung der Räumlichkeiten ging einher mit der immer größer werden Rolle des Klosters im Bereich der pastoralen Tätigkeit und Bildung.

Aus all diesen Gründen wurde das Franziskanerkloster in Zaostrog im Jahr 1953 vom Institut für Konservierung für Dalmatien aus Split zum Kulturdenkmal erhoben. Im Jahr 1962 wurde das Kloster in Zaostrog dann vom dem selben Institut in das Verzeichnis der unbeweglichen Kulturdenkmäler der Gemeinde Makarska eingetragen.

Pastorale Tätigkeit

Seit seiner Gründung kam dem Kloster in erster Linie eine geistliche, religiöse Rolle unter dem ihm anvertrauten Volk zu. Zu Zeiten, als es in Makarska (gegründet im Jahr 1502) und in Živogošće (1612) noch keine Klöster gab, war der Wirkungskreis des Klosters von Zaostrog noch wesentlich breiter. Im Jahr 1599 umfasst er den Raum von Drvenik bis zur Mündung der Neretva, danach den ganzen Raum der Vrgorska und Neretvanska Krajina am rechten Neretvaufer sowie die Herzegowina mit Tihaljina, Veljaci, Grljevići, Ljubuško, Međugorje und Čitluk.

Das Kloster von Zaostrog war mit seiner der Muttergottes gewidmeten Kirche einst ein weltbekannter Wallfahrtsort, aufgenommen in das Verzeichnis der Marienwallfahrtsorte weltweit. So hinterließ beispielsweise der Seefahrtskapitän Nikola Resti aus Dubrovnik im Jahr 1633 bei seinem Tode, der ihn in Madrid ereilte, der Muttergottes von Zaostrog 200 Golddukaten.

Der pastorale Wirkungskreis des Klosters umfasst die folgenden zehn Franziskanerpfarren: Drvenik, Zaostrog, Podaca, Brist, Gradac (stari Lapčanj), Baćina, Stablina-Plina, Vrgorac, Staševica und Metković am linken Neretvaufer (St. Elias).

Schulwesen

In jedem der 500 Jahre seines Bestehens war im Kloster, wenn auch mit häufigen Unterbrechungen, eine Schule zur Erziehung junger Geistlicher und Mönche tätig. Während der Türkenherrschaft bestand hier auch eine Grundschule und eine Humanistische Schule, die beispielsweise im Jahr 1640 sechs Kleriker und vierzehn Schüler hatte; das Lehrprogramm setzte sich zusammen aus "Lesen, Schreiben und etwas Grammatik sowie Christenlehre in lateinischer und kroatischer Sprache".

Später wechselten sich die Schulen ab: vom Gymnasium und Noviziat bis zur Philosophie und Theologie. Bekannterweise hatte das namhafte Klassische Gymnasium der Franziskaner in Sinj, das im Jahr 1989 den 150. Jahrestag seiner Gründung feierte, vor seiner Zusammenführung in Sinj im Jahr 1854 auch in anderen Klostern gewirkt, und zwar ganze vierzehn Jahre lang in Zaostrog als Unterstufengymnasium (1838-1852), und ein Jahr lang als Oberstufengymnasium (1852/53). In unserem 20. Jahrhundert waren in Zaostrog fogende Schulen tätig: Theologie (1908-1911), Philosophie (1911-1927), Noviziat (1930-1934) und Institut für Ordensbrüder (1968-1975). In den letzten Jahren dient das Kloster zu Zwecken der geistigen Übung, für verschiedene Seminare und zur Erholung.

Neueren Forschungen zufolge bestand die Öffentliche Volksschule von Zaostrog in den Jahren 1819/1820 im dortigen Kloster und wurde von Schulkindern aus Zaostrog, Drvenik und Podaca besucht. Geleitet wurde die Schule damals von dem aus Kozica gebürtigen Fr. Jeronim Jujinović. Die Schule wirkte bis zum Jahr 1858. Die Staatliche Volsschule für Knaben ("scuola maschile") wurde 1871 in Zaostrog gegründet und damals von 46 Schülern besucht. Wo im Jahr 1871 der Unterricht abgehalten wurde, ist uns nicht beklannt. Nach sechzehn Jahren, wie wir oben sahen, errichtete Pfarrer Fr. Mate Šimić mit kirchlichen Muiieln ein zweistöckiges Gebäude im Dorfzentrum, die als Schule diente, wovon auch heute noch eine Steintafel mit der Inschrift zeugt: LJUBAV I PRIGOR SEOSKOM NAPRIDKU 1887 ("LIEBE UND SELBSTAUFOPFERUNG FÜR DEN FORTSCHRITT DES DORFES 1887"). Später entwickelte sich die Schule zu einer sechsklassigen Knaben- und Mädchenschule mit einst 100-120 Schulkindern.